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17.06.2013

Der Ruhepol inmitten der Flughafenhektik

Die Rubrik “5 Fragen an…” befragt eine Persönlichkeit, die am Flughafen Zürich etwas bewegt. Claudio Cimaschi, Mit-Gründer und Co-Leiter des Pfarramtes am Flughafen Zürich, spricht über sein Verhältnis zum Fliegen und warum Seelsorge am Flughafen wichtig ist.

Was ist Ihre Aufgabe am Flughafen Zürich?
Die Seelsorge allen Menschen anzubieten. Es kommen Mitarbeitende aus allen Unternehmen am Flughafen Zürich, Passagiere, Asylsuchende und Besucher zu uns, wenn sie persönliche Probleme haben, mit dem Leben nicht mehr klar kommen oder einfach um einen Rat und Trost zu finden. Zudem bieten wir regelmässig Gottesdienste und das offene Mittagsgebet am Mittwoch an. Ausserdem koordinieren die Flughafenseelsorger das 100-köpfige Team der Care-Organisation Flughafen, das darauf geschult ist, bei Grosskatastrophen Opfern und Angehörigen emotionale Unterstützung zu bieten.

Wie ist das Projekt “Pfarramt am Flughafen Zürich” entstanden?
Das ist nun schon über 16 Jahre her. Nach meiner 13-jährigen Tätigkeit als Reise-Kaufmann und Luftverkehrsangestellter begann ich Theologie zu studieren und war anschliessend in einer Gemeinde als Seelsorger tätig. Zufällig las ich mehrere Artikel über Pfarrämter an Flughäfen und war begeistert von dieser Idee. Als ich mit einem befreundeten Pfarrer darüber sprach, meinte der: “Dich schickt der Himmel! Wir planen schon lange ein Pfarramt am Flughafen Zürich, aber konnten noch keinen katholischen Seelsorger mit Flughafenerfahrung finden.” Dieser Pfarrer war Walter Meier, mit dem ich seit dem 1. Februar 1997 die Flughafenseelsorge gemeinsam leiten darf.

Was gefällt Ihnen am Flughafen Zürich am besten?
Der Andachtsraum. Für mich ist das der Ruhepol inmitten der Hektik und des Lärms am Flughafen Zürich, es ist eine Oase der Stille. Man kann sich hier gut auf sich besinnen und zur Ruhe kommen. Zudem hat der Hügel “Butzenbüel” eine ganz besondere Bedeutung für mich. Es ist für mich der Gegenpol zum Andachtsraum, die Ferne und Weite. Ausserdem liebe ich es, die vielen verschiedenen Kulturen am Flughafen hautnah miterleben zu können und den unterschiedlichsten Menschen begegnen und helfen zu dürfen.

Vermissen Sie die Zeit als Airliner?
Seit ich mit 17 Jahren das erste Mal geflogen bin, habe ich das Fliegen geliebt. Die Zeit als Reise-Kaufmann war deshalb ideal für mich. Heute sehe ich die Sache mit dem Fliegen allerdings etwas differenzierter. Heutzutage ist man immer unterwegs, das Fliegen ist für viele Alltag geworden. Man kommt so oft und so schnell von einer Seite der Welt auf die andere, sodass die Seele meist nicht so schnell ‚hinterherkommt‘. Diese ständige Mobilität hindert viele Menschen daran, ihre eigene innere Ruhe zu finden. Ich persönlich nutze den Flieger nur noch, wenn ich muss.

Gibt es auch negative Seiten an Ihrer Arbeit?
Negative nicht, aber belastende wie zum Beispiel unerwartete Todesfälle. Für besonders solche Situationen ist ein Pfarramt am Flughafen wichtig. Aber nicht nur in solchen Umständen, denn wir teilen auch die vielen kleinen Freuden und Erfolge mit den Menschen. Ich bin dankbar, ein Teil dieser Lebenswelt Flughafen zu sein und für die Mitmenschen da sein zu dürfen. Die Kraft dazu schöpfe ich aus der Beziehung mit Gott.

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