Turnaround

05. Mai 2026

On-Block bis Off-Block: So funktioniert ein Turnaround

von Raffaela Studer

  • Aviatik

Kaum ist ein Flugzeug gelandet, beginnt bereits der Countdown für den nächsten Abflug. Jeder Handgriff muss sitzen – denn am Boden zählt jede Minute.

Der Turnaround bezeichnet die Zeit zwischen der Ankunft eines Flugzeugs am Standplatz (On-Block) und seinem nächsten Abflug (Off-Block). In dieser Phase wird die Maschine am Boden vollständig für den nächsten Flug vorbereitet. Je nachdem dauert ein Turnaround zwischen rund 35 und 120 Minuten – auf Kurzstrecken oft weniger als eine Stunde, auf Langstrecken entsprechend länger. Zahlreiche Abläufe greifen ineinander, damit das Flugzeug möglichst pünktlich wieder starten kann.

Ankunft am Gate

Der Turnaround beginnt, sobald das Flugzeug seine Parkposition erreicht hat. Ein Dockleitsystem oder ein Marshaller weist die Maschine präzise auf den Stand ein. Nachdem die Parkbremse gesetzt ist, werden sogenannte Chocks an die Räder gelegt, damit sich das Flugzeug nicht mehr bewegen kann. 

Versorgung vom Boden

Sobald die Triebwerke abgeschaltet sind, übernimmt die Infrastruktur am Boden: Ein Kabel liefert Strom für die Bordelektronik, während der gelbe Schlauch – die sogenannte Pre-Conditioned Air – das Flugzeug mit klimatisierter Luft versorgt. So bleiben Systeme und Kabine in Betrieb, ganz ohne laufende Triebwerke. Kurz darauf dockt die Fluggastbrücke an oder die Treppen werden positioniert.

Aussteigen der Passagiere

Die Passagiere des ankommenden Fluges verlassen das Flugzeug. Am Boden laufen nun viele Prozesse parallel, um Zeit zu sparen.

Gepäck und Fracht

Sobald die Frachträume geöffnet sind, beginnt das Entladen von Gepäck und Fracht. Förderbänder und Containerfahrzeuge sorgen dafür, dass die Gepäckstücke rasch weiter gelangen. Viele davon sind für Anschlussflüge eingeplant.

Wasser- und Toilettenservice

Ein spezielles Servicefahrzeug entleert die Bordtoiletten und füllt Frischwasser für den nächsten Flug nach.

Catering 

Das Catering-Team tauscht die Trolleys aus und bringt neue Mahlzeiten, Getränke und sonstige Vorräte an Bord. Die Beladung in der Bordküche, auch Galley genannt, erfolgt nach einem genauen System. 

Betankung

Gleichzeitig wird das Flugzeug betankt. Die benötigte Kerosinmenge wird im Voraus berechnet und hängt unter anderem von Flugdistanz, Wetterbedingungen, Flugroute und möglichen Ausweichflughäfen ab. Während der Betankung gelten strenge Sicherheitsregeln - etwa Einschränkungen beim Ein- und Aussteigen.

Walk-around und technische Kontrolle

Die Pilotinnen und Piloten führen einen sogenannten Walk-around durch. Dabei wird das Flugzeug von aussen visuell kontrolliert, um mögliche Schäden oder Auffälligkeiten zu erkennen.

Beladung für den nächsten Flug

Nachdem das Gepäck des ankommenden Fluges ausgeladen wurde, beginnt das Beladen mit Gepäck und Fracht für den nächsten Flug. Die Ramp-Mitarbeitenden folgen dabei einem präzisen Beladungsplan, damit Gewicht und Schwerpunkt korrekt verteilt sind.

Reinigung der Kabine

Das Reinigungspersonal entfernt Abfall, säubert Oberflächen und richtet Sitze sowie Sitztaschen. Je nach Flugzeugtyp und Umlaufzeit erfolgt die Reinigung in wenigen Minuten. 

Boarding

Sobald Reinigung, Catering und Beladung abgeschlossen sind, beginnt das Boarding der neuen Passagiere.

Pushback und abflugbereit 

Sind alle Passagiere an Bord und die Türen geschlossen, wird die Fluggastbrücke entfernt. Ein Pushback-Traktor schiebt das Flugzeug vom Gate zurück, damit es anschliessend selbstständig zur Startbahn rollen kann. Damit ist der Turnaround abgeschlossen – und das Flugzeug fast «ready for take-off».

Wie viel Teamwork hinter einem Turnaround steckt, zeigt unser Video:

Dieser Beitrag ist in Zusammenarbeit mit SWISS und Swissport entstanden.