Flugzeugenergieversorgung

28. April 2026

Gelbe Schläuche für den Klimaschutz

von Angelika Gurtner

  • Nachhaltigkeit

Die stationäre Energieversorgung am Dock senkt CO₂-Emissionen, Lärm und Schadstoffe deutlich – und macht den Flugbetrieb effizienter.

Sie sind eine grosse Erfolgsgeschichte am Flughafen Zürich: Die stationären Energieversorgungsanlagen für Flugzeuge am Dock. Pro Jahr können damit grosse Mengen an CO₂-Emissionen vermieden werden. Hinzu kommt die geringere Belastung mit anderen Luftschadstoffen wie Stickoxiden und Lärm. 

Pionierrolle am Flughafen Zürich 

Am Flughafen Zürich gab es bereits ab den 80er-Jahren Bestrebungen - damals von der Swissair - auf eine stationäre Energieversorgung der Flugzeuge zu setzen. Seither wurde die Infrastruktur kontinuierlich ausgebaut und modernisiert. Heute sind alle Dockstandplätze damit ausgerüstet. Über die gut sichtbaren charakteristischen gelben Schläuche wird die Flugzeugkabine mit klimatisierter Luft vom Dock geheizt oder gekühlt. Separate Stromkabel versorgen das Flugzeug mit Elektrizität. Die Nutzung dieser Anlagen ist für die Fluggesellschaften Pflicht. Ausnahmen müssen von der Airport Authority genehmigt werden. 
Vor der Installation der Anlagen mussten die Flugzeuge ihre kerosinbetriebenen Hilfstriebwerke lange vor dem Start einschalten, um für eine angenehme Kabinentemperatur und elektrischen Strom zu sorgen. Nun dürfen die Hilfstriebwerke nur für den Start der Haupttriebwerke in Betrieb genommen werden.

Grosse CO2-Einsparungen

Pro Jahr werden so rund 80’000 Tonnen an freigesetztem CO₂ vermieden. Das ist mehr als dreimal so viel wie die eigenen selbstverursachten CO₂-Emissionen der gesamten Flughafen Zürich AG – samt aller Gebäude-Energieversorgung und Fahrzeugen. Die knapp 80’000 Tonnen umfassen die errechneten Einsparungen, die durch die Nutzung der stationären Anlagen entstehen – im Vergleich zu einer Energieversorgung allein über die Hilftstriebwerke. 
Allerdings kommen nicht in allen Fällen stationäre Anlagen zum Einsatz. An manchen Offenstandplätzen sind es weiterhin Dieselaggregate, die die Flugzeuge mit Strom versorgen. Ausserdem kann das Cockpit-Personal in Ausnahmefällen eine Genehmigung zum Betrieb der Hilftstriebwerke beantragen – etwa wenn keine mobilen Klimageräte zur Verfügung stehen.

Verstärkte Nutzung

Damit die stationären Anlagen während der ganzen Standzeit eines Flugzeugs konsequent genutzt werden, ist aktiver Einsatz gefordert. Zum einen setzt die Flughafen Zürich AG dafür auf Informationskampagnen vor Ort und den Austausch mit den Airlines beispielsweise über das Airline Operators Committee, zum anderen auf Kontrollen durch die Airport Authority. 
Mit einer noch konsequenteren Nutzung der stationären Energieversorgung dürften die CO₂-Emissionen, die Lärmbelastung und der Schadstoff-Ausstoss auf dem Vorfeld weiter sinken. Davon profitieren vor allem die Mitarbeitenden auf dem Vorfeld. Das System unterstützt die Flughafen Zürich AG auch darin, im Rahmen ihrer dualen Klimastrategie nicht nur ihre eigenen CO₂-Emissionen zu senken, sondern auch diejenigen der Flughafenpartner.