Jetway

14. September 2026

Flughafen-ABC: J wie Jetway

  • Politik

Der letzte Gang vor dem Einstieg ins Flugzeug führt für viele Passagiere über eine scheinbar schwebende Brücke. Diese Verbindung zwischen Terminal und Flugzeug wird Jetway oder Fluggastbrücke genannt. Sie ermöglicht einen stufenlosen, wettergeschützten und effizienten Ein- und Ausstieg.

Fluggastbrücken sind aber mehr als eine simple Verbindung. Sie sind komplexe elektromechanische Anlagen, die auf einem drehbaren, fahrbaren und höhenverstellbaren Fahrwerk gelagert sind. Durch die dreidimensionale Beweglichkeit lassen sich die Jetways auf Höhe, seitliche Ausrichtung und Länge exakt auf unterschiedliche Flugzeugtypen, Tür- und Parkpositionen abstimmen. Eine Brücke ist je nach Ausführung zwischen 17 und 41 m lang und wiegt 25 bis 35 Tonnen.

Wie viele Fluggastbrücken pro Flugzeug zum Einsatz kommen, hängt von Flugzeugtyp und -grösse ab. Während für kleinere Flugzeuge ein Jetway genügt, werden bei grösseren Flugzeugen oftmals zwei Jetway angedockt. Für die Abfertigung des Airbus A380 stehen verschiedene Standplätze zur Verfügung. Der Standplatz E67 ist einzige Standplatz, an dem eine dritte Fluggastbrücke mit dem Oberdeck verbunden werden kann.

Die Brückenfahrerinnen und Brückenfahrer bedienen die Fluggastbrücke über das Steuerpult im vorderen Teil der Brücke und positionieren diese mithilfe eines Joysticks sowie unter Einsatz von Kameras und Sensoren präzis zur Flugzeugtür. Fluggastbrücken verfügen zudem über ein automatisches Höhenreguliersystem, das die Position der Brücke im angedockten Zustand kontinuierlich überwacht und bei Bedarf selbstständig an die Höhe der Flugzeugtür anpasst. Während dem Boarding und Deboarding sowie beim Be- und Entladen der Fracht kann sich die Höhe des Flugzeuges um wenige Zentimeter verändern. Das Höhenreguliersystem gleicht diese Bewegungen automatisch aus und stellt damit sicher, dass der Übergang zwischen Flugzeugkabine und Fluggastbrücke stabil und eben bleibt.

Jetways übernehmen aber noch weitere wichtige Aufgaben: Über integrierte Kabel- und Schlauchsysteme werden die Flugzeuge am Standplatz mit Strom sowie kühler oder warmer Luft versorgt. Dadurch werden wichtige Bordsysteme versorgt, ohne dass dafür die Triebwerke laufen müssen. Das sorgt für einen effizienteren, emissionsärmeren und leiseren Betrieb am Flughafen.

Am Flughafen Zürich stehen für die effiziente und reibungslose Flugzeugabfertigung insgesamt 66 Fluggastbrücken zur Verfügung. Sie bilden einen zentralen Bestandteil der Passagierprozesse an den Gates und sorgen täglich für ein sicheres und komfortables Ein- und Aussteigen der Passagiere.

Rubrik Flughafen-ABC

In der Politikbrief-Rubrik «Flughafen-ABC» stellen wir bekannte und weniger bekannte Aspekte aus dem Flughafenbetrieb näher vor.

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