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31. August 2026

Sotomo-Studie: Innovationen statt Flugticketabgabe

  • Politik

Die Schweizer Bevölkerung will einen klimafreundlicheren Luftverkehr – aber keine Flugticketabgabe, deren Erträge ausserhalb der Luftfahrt verwendet werden. Dies zeigt die aktuelle Sotomo-Studie im Auftrag von Aviationsuisse und widerspricht damit dem Kernanliegen einer kürzlich lancierten Volksinitiative. Die internationale Luftfahrt soll primär international reguliert werden.

Der Klimaschutz gehört zu den zentralen Herausforderungen der Luftfahrt. Bis 2050 will die Schweizer Luftfahrtbranche das Netto-Null-Ziel erreichen. Die Flughafen Zürich AG setzt sich für ihre eigenen Treibhausgasemissionen dasselbe Ziel bis 2040 und trägt im Rahmen ihrer Handlungsmöglichkeiten auch dazu bei, die Flugemissionen zu reduzieren. Auf dem Weg zum fossilfreien Fliegen müssen entsprechende Massnahmen sorgfältig eruiert werden, auch mit Rücksicht auf deren Akzeptanz. Die repräsentative Sotomo-Studie im Auftrag von Aviationsuisse zeigt, dass die Bevölkerung gezielten Handlungsbedarf sieht und dabei grossen Wert auf die Wirksamkeit der gewählten Massnahmen legt.

Internationale Regulierung

Gemäss Studienergebnissen bevorzugt die Bevölkerung beim Klimaschutz in der Luftfahrt klar international abgestimmte Mechanismen. Über zwei Drittel der Befragten sprechen sich dafür aus, dass entsprechende Regulierungen auf internationaler oder multinationaler Ebene festgelegt werden. Dadurch sollen einheitliche Rahmenbedingungen geschaffen und Wettbewerbsnachteile für die Schweiz vermieden werden.

Wirksamkeit der Lösung im Vordergrund

Wenig Wirksamkeit schreibt die Bevölkerung einer CO2-Abgabe auf Flugreisen zu. Rund 71% der Befragten sind der Meinung, dass diese gar nicht oder eher nicht wirksam ist. Dies deutet darauf hin, dass eine CO2-Abgabe vielmehr als symbolische Massnahme wahrgenommen und das Potenzial für einen wirksamen Klimaschutz als begrenzt angesehen wird. Hinzu kommt, dass die Bevölkerung technologischen Lösungen deutlich mehr Potenzial zuschreibt als fiskalischen Instrumenten. So werden effizientere Flugzeuge von 77% und nachhaltige Flugtreibstoffe von 71% als zielführende Massnahmen für die Emissionsreduktion angesehen. Die Studie bestätigt damit den politischen Kurs, der auf Innovation, technische Fortschritte und die schrittweise Dekarbonisierung des Luftverkehrs setzt.

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Keine Flugticketabgabe mit Umverteilung

Bei der Frage, worin die finanziellen Mittel einer allfälligen Flugticketabgabe investiert werden sollen, sprechen sich 51% für Investitionen in nachhaltige Flugtreibstoffe (SAF) aus, 47% für Innovationen innerhalb der Luftfahrtbranche. Lediglich 17% bevorzugen eine Rückverteilung an die Bevölkerung. Die Umfrage zeigt damit eindrücklich, dass zusätzliche Mittel vor allem dort eingesetzt werden sollen, wo sie die ökologische Transformation der Luftfahrt direkt unterstützen.

Diese Erkenntnisse sind besonders relevant mit Blick auf die Ende April lancierte Mobilitätsbon-Initiative. Die Volksinitiative fordert u. a. die Einführung einer Flugticketabgabe auf dem Linien- und Charterverkehr. Der resultierende Ertrag soll zu mindestens zwei Dritteln in Form von Mobilitätsgutschriften für den öffentlichen Verkehr an die Bevölkerung rückverteilt werden. Der verbleibende Anteil soll unter anderem zur Förderung des öffentlichen Verkehrs und zur Verminderung von Treibhausgasemissionen im Verkehrsbereich eingesetzt werden. Die Flugticketabgabe würde gemäss Initiativtext mindestens 30 Franken pro Ticket und 500 Franken pro abgehenden Flug der allgemeinen Luftfahrt betragen und für Flüge ab Schweizer Boden gelten.

Förderung von Innovation

Die Forderung der Initiative steht im Widerspruch zu den Resultaten der Sotomo-Studie. Die Bevölkerung ist zwar bereit, einen moderaten finanziellen Beitrag für mehr Klimaschutz im Luftverkehr zu leisten. Gleichzeitig spricht sie sich mehrheitlich dafür aus, dass diese Mittel in nachhaltige Flugtreibstoffe, neue Technologien und Innovationen innerhalb der Luftfahrt investiert werden. Die Ergebnisse der Sotomo-Studie zeigen deutlich: Die Bevölkerung unterstützt Klimaschutzmassnahmen im Luftverkehr, erwartet aber, dass diese wirksam sind und den Übergang zu einer nachhaltigeren Luftfahrt unmittelbar fördern. Nationale Flugticketabgaben werden abgelehnt – insbesondere dann, wenn die Einnahmen nicht in die Ökologisierung der Luftfahrt zurückfliessen.

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