04. Mai 2026

Wo die Faszination Fliegen spürbar ist

von Jasmin Bodmer-Breu

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Die Zuschauerterrasse B begeistert seit 15 Jahren Flughafenfans aller Altersgruppen. Über die Geschichte und Angebote eines besonderen Ortes.

Ein Blick zurück: Als das alte Dock B 1975 eröffnet wurde, galt es als Pionierbau. Das erste Fingerdock des Flughafens Zürich brachte Reisende direkt ins Flugzeug – für viele begann hier das Abenteuer Welt. Fast drei Jahrzehnte prägte Dock B den Flughafenkopf. Nach seiner Stilllegung 2003 diente es noch als Eventdock, bevor es ab 2009 unter laufendem Betrieb zurückgebaut wurde.

Der Grund: Der Flughafen benötigte mehr Kapazität und Flexibilität. So wurde das Grossprojekt «Zürich 2010» lanciert. Es umfasste die beiden prominenten Bauwerke Dock B und das Sicherheitskontrollgebäude sowie weitere Teilprojekte wie den Ausbau der Passkontrollhalle und die Erweiterung und Trennung der Skymetro.

Ein neues Dock B für veränderte Bedürfnisse

Das neue Dock B wurde als Multitalent konzipiert: Zwei Ebenen für Schengen- und Non-Schengen-Passagiere, lichtdurchflutete Räume, kurze Wege und klare Orientierung. Mit 250 Metern Länge, 35'000 Quadratmetern Fläche und 14 Fluggastbrücken ist es ein imposantes Bauwerk, das Funktionalität und Transparenz verbindet.

Bewährte Substanz bleibt erhalten

Das alte Dock B verschwand beim Rückbau jedoch nicht vollständig. Rund 1'300 Tonnen Stahlkonstruktion blieben erhalten und bilden bis heute das tragende Rückgrat des Neubaus. Im Frühjahr 2010 begann der Wiederaufbau, am 30. November 2011 wurde das neue Dock B in Betrieb genommen.

Von Anfang an war klar, dass es wieder eine Zuschauerterrasse mit einem attraktiven Angebot für Besucherinnen und Besucher geben sollte. Den Auftrag für die Inszenierung der Aussen- und Innenräume erhielt das Team Visitor Services & Events.Federführend im damaligen Team Visitor Services & Events waren Rahel Kindermann Leuthard und Oliver Müller. 

Die Idee: Faszination Fliegen inszenieren

Das kreative Dreamteam stellte sein Konzept unter den Leitsatz: inszenieren und kommentieren, was man sieht. Die Faszination Fliegen sollte spürbar werden und aviatische Zusammenhänge einfach nachvollziehbar sein. Für Konzept und Umsetzung blieben vom Auftrag bis zur Eröffnung gerade einmal eineinhalb Jahre – ein sportlicher Zeitplan.

Planung und Umsetzung im Gleichschritt

Auch die Realisierung war anspruchsvoll. Während am Dock gebaut wurde, liefen Konzeption, Detailplanung und Abstimmungen mit Bau, Technik, IT und Partnerfirmen parallel. Steckdosen mussten festgelegt werden, bevor die Raumaufteilung final definiert war. Skepsis begleitete das Projekt ebenfalls: Kann auf einem Flachdach ohne bauliche Tiefe wirklich eine vielfältige Erlebniswelt entstehen? Und wie!

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Die Angebote der Zuschauerterrasse

Ein Highlight – und in dieser Form weltweit wohl einzigartig – ist bis heute der begehbare Vorfeldturm beim Standplatz B38. Entlang der Terrasse erklärt ein mit Illustrationen gestaltetes Glasgeländer flugbetriebliche Prozesse – auf 150 Zentimeter Höhe optimiert, damit auch Kinder freie Sicht haben.

Spiel, Wissen und Interaktion

Nebst Informationsstelen und einer Flugfunk-Station bildet der Mini-Flughafen-Spielplatz das Herzstück der Anlage: Auf blauem Tartanboden stehen zwischen Schaukel, Karussell und Federwippen eine Miniversion eines A340 der Swiss sowie ein Kontrollturm mit Rutsche. Über eine Funksprechanlage ist der Tower mit dem Flugzeug verbunden – Kinder können den Flugbetrieb also direkt «nachspielen». Originalnachbildungen eines Cockpits und eines Arbeitsplatzes eines Skyguide-Flugverkehrsleiters sorgen für zusätzliche Faszination. Bodengrafiken vermitteln weitere spannende Einblicke in die Welt des Fliegens.

Grossartiges Teamwork

Dass die Zuschauerterrasse B rechtzeitig fertiggestellt, erfolgreich getestet und eröffnet werden konnte, war eine Parforce-Leistung aller Beteiligten – begleitet von unzähligen Anekdoten. So wurde etwa lange über die Neigung der Rutschstange auf dem Spielplatz diskutiert. Genau diese Detailtiefe und Sorgfalt prägen die Qualität, die Besucherinnen und Besucher bis heute auf der Zuschauerterrasse B erleben.

Ein Herzensort für Generationen

Heute ist die Zuschauerterrasse B weit mehr als ein Bestandteil des Docks. Martin Kelemen, Head Visitor Services & Events beschreibt die Bedeutung so: «Die Zuschauerterrasse B ist Begegnungsort, Lernraum und Eventplattform. Jährlich erleben hier rund 300'000 Gäste die Nähe zum Flugbetrieb – nur ein Glasgeländer trennt sie vom Vorfeld.»

Was einst als Bauprojekt begann, ist heute ein Stück Flughafen-Identität. Dock B steht für Qualität und Weitsicht, die Zuschauerterrasse B für Emotion und Begeisterung. Zusammen erzählen sie eine Geschichte des Wandels – und davon, wie aus Beton ein besonderer Ort wird, der Generationen begeistert.

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Die Highlights des Jubiläumsjahrs

Immer am 15. des Monats gibt es Gratis-Eintritt und Live-Kommentar zum Flugbetrieb. Dazu kommen zwei Maskottchen Days, Thementage unter anderem mit dem Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit (BAZG), Schutz & Rettung, eine Ferienaktion mit dem Runway-34-Flugsimulator, saisonale Specials zum Grosselterntag, Mutter- und Vatertag sowie zwei Day Time Partys mit einmaliger Kulisse und internationalen DJ’s. Auch verlängerte Sommeröffnungszeiten und besondere Brunch-Events stehen auf dem Programm.

Gemeinsam für ein besondere Erlebnis

Auch die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit zahlreichen Partnern trug wesentlich zum Erfolg der Zuschauerterrasse B bei. Ein eigens entwickeltes Sponsoring-Konzept ermöglichte den Flughafenpartnern eine Mitwirkung auf verschiedenen Stufen. Prominent vertreten ist Systempartnerin Swiss International Airlines, die gleich mehrere Flächen und Spielgeräte brandete. Darüber hinaus engagierten sich auch Skyguide, Autogrill, Dnata sowie Bauunternehmen und die Rega.So entstanden dank der partnerschaftlichen Zusammenarbeit auf der Zuschauerterrasse B vielfältige Erlebnisse – von der Day Time Party bis hin zu organisierten Brunch-Events.
 

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