Tower mit Flugzeug

18. Februar 2026

«Die Erreichbarkeit der Schweiz ist ein öffentliches Gut»

  • Politik

Gastbeitrag von Nationalrat Philipp Kutter.

Eine kürzlich publizierte Studie des Bundesamts für Zivilluftfahrt (BAZL) über die «Volkswirtschaftliche Bedeutung der Zivilluftfahrt in der Schweiz» spricht eine deutliche Sprache. Die produktionsseitige Wertschöpfung der Schweizer Zivilluftfahrt betrug für das Jahr 2024 fast 20 Milliarden Franken und 105’000 Arbeitsplätze (Vollzeitäquivalente). Zieht man die neuen Höchstwerte bei den Passagierzahlen in der Luftfahrt in die Gesamtrechnung mit ein, wird klar: Die Schweizer Aviatik ist nicht nur von hoher volkswirtschaftlicher Relevanz, sondern bedient ein grosses gesellschaftliches Bedürfnis. Ein Bedürfnis nach Mobilität, nach Austausch – ob beruflich oder privat –, nach Erfahrungen, nach Abenteuern oder ganz einfach nach Ferien.

Nebst volkswirtschaftlichen Kennzahlen beleuchtet und vergleicht die Studie auch die Erreichbarkeit der verschiedenen europäischen Regionen. Zürich weist dabei die höchste europäische Konnektivität auf und liegt auch interkontinental in der Spitzengruppe. Dahinter folgen Frankfurt, Paris und Amsterdam. Dank den Landesflughäfen Basel- Mulhouse und Genf sind auch andere Schweizer Regionen hervorragend angebunden und liegen auf den vorderen Plätzen. Zürich profitiert dabei von der sehr guten interkontinentalen Anbindung und dem breiten Streckennetz ab dem ZRH. Diese hervorragende Anbindung stärkt den Wirtschafts-, Innovations- und Arbeitsstandort Schweiz nachhaltig.

Diese Anbindung muss auch in Zukunft gesichert werden. Gerade die Studie kommt zum Ergebnis, dass die Wichtigkeit von grossen Drehkreuzen bei der globalen Erreichbarkeit noch ausgeprägter ist als bei der Erreichbarkeit innerhalb Europas. Die Bedeutung der Landesflughäfen gilt es deshalb zu stärken, ihre heutigen im europäischen Vergleich engsten Rahmenbedingungen insbesondere bei den Betriebszeiten abzusichern. Dafür braucht es moderne, verlässliche und praxistaugliche gesetzliche Rahmenbedingungen. Die laufende Diskussion zur Revision des Luftfahrtgesetzes bietet aktuell auf Bundesebene die Gelegenheit dazu.

Gleichzeitig stellen die kantonale Nachtruhe-Initiative und die nationale Forderung nach einer Flugticketabgabe erneute Fragen nach der Balance zwischen Mobilitätsbedürfnissen und gesellschaftlichen Anliegen. Diese Debatten verdienen Aufmerksamkeit, müssen aber stets das Gesamtbildberücksichtigen: Die langfristige internationale Erreichbarkeit der Schweiz ist ein öffentliches Interesse, das sorgfältig abgewogen werden muss und nicht leichtsinnig verspielt werden darf. Die Schweiz hat mit ihren Landesflughäfen ein starkes Fundament – dieses gilt es zu pflegen und weiterzuentwickeln.

Ein moderner Rechtsrahmen, der die ökonomische Bedeutung als auch gesellschaftliche Anliegen ernst nimmt, schafft die Voraussetzung für eine moderne Luftfahrt: sicher, zuverlässig und je länger, je nachhaltiger und leiser. Eine erfolgreiche Schweiz braucht eine starke Luftfahrt.

 

Nationalrat Philipp Kutter

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