
19. Mai 2026
Die Schweiz ist auf leistungsfähige und verlässliche internationale Anbindungen angewiesen
- Politik
CEO Lukas Brosi ordnet die aktuellen Luftfahrt-Dossiers ein und legt dar, warum stabile Rahmenbedingungen für die Anbindung der Schweiz entscheidend sind.
Die Schweiz ist in hohem Mass auf eine leistungsfähige und verlässliche internationale Anbindung angewiesen. Als exportorientierte Volkswirtschaft mit hohem Mobilitätsbedürfnis brauchen die Schweizer Bevölkerung, der Tourismus und die Wirtschaft eine Luftfahrt, die unter klaren, stabilen und planbaren Rahmenbedingungen betrieben werden kann. Genau diese Rahmenbedingungen stehen derzeit gleichzeitig auf Kantons- und Bundesebene zur Diskussion.
Auf kantonaler Ebene hat der Kantonsrat in erster Lesung den Gegenvorschlag zur Flughafen- Nachtruhe-Initiative beraten, über die voraussichtlich Mitte Juni abgestimmt wird. Auf Seite 4 ordnen wir unsere Haltung, neben der Initiative auch den Gegenvorschlag abzulehnen, nochmals ein. Obwohl der Gegenvorschlag im Vergleich zur Initiative moderatere Forderungen enthält, bringt er zusätzliche Auflagen mit nur begrenzter Wirkung mit sich.
Auf Seite 5 beleuchten wir in einem ersten von mehreren Artikeln die Resultate einer repräsentativen Sotomo-Studie zur Haltung der Bevölkerung gegenüber der Schweizer Luftfahrt. Erfreulich ist das klare Bekenntnis zu den aktuellen Betriebszeiten am Flughafen Zürich. Auch geht klar hervor, dass die Schweizer Luftfahrt einen hohen Stellenwert hat und insgesamt positiv wahrgenommen wird. Im Gastbeitrag auf Seite 6 legt der CEO der SWISS, Jens Fehlinger, dar, wie die internationale Luftfahrt zunehmend unter Druck gerät. Neben geopolitischen Unsicherheiten und steigenden Kosten würden auch zusätzliche regulatorische Anforderungen eine verlässliche Planung erschweren und die Wettbewerbsfähigkeit der Airlines schwächen.
Mit der Beratung des Nationalrats zur Revision des Luftfahrtgesetzes bietet sich die Möglichkeit, zentrale Grundlagen der Schweizer Luftfahrt zu präzisieren und rechtlich abzusichern. Im Fokus stehen dabei insbesondere der Bestandesschutz für die Landesflughäfen, sicherheitsrelevante Verbesserungen sowie raumplanerische Verfahrensfragen. Ziel muss es sein, die notwendige Rechtssicherheit zu stärken, damit die Landesflughäfen ihren vom Bund zugewiesenen Auftrag langfristig und ohne zusätzliche Rechtsunsicherheiten erfüllen können. Dabei ist die Einführung einer Konzessionsabgabe, wie sie eine Minderheit beantragt, abzulehnen. Für die Lösung der Finanzierungsfragen der Flugsicherung ist eine gesamtheitliche Betrachtung notwendig. Unsere Einschätzung zur Revision des Luftfahrtgesetzes inklusive einer Abstimmungsempfehlung finden Sie ab Seite 8.
Die anstehenden politischen Entscheide zeigen, wie wichtig ein sachlicher Dialog und ein ganzheitlicher Blick auf die Auswirkungen der Luftfahrt für den Wirtschafts- und Lebensstandort Schweiz sind. Der Flughafen Zürich setzt sich weiterhin für verhältnismässige und zukunftsorientierte Lösungen ein.
Ich wünsche eine spannende Lektüre.
Herzliche Grüsse
Lukas Brosi
Chief Executive Officer
Flughafen Zürich AG

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