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Neue Flugverfahren


GPS-Anflug

Am 10. März 2011 führte der Flughafen Zürich als erster Flughafen schweizweit einen satellitengestützen Anflug ein. Das moderne Anflugverfahren leitet Flugzeuge mittels GPS-Technologie von Norden auf die Piste 14.

Während die Technologie ändert, bleiben die Flugrouten dieselben und die Flugzeuge folgen exakt den bestehenden Flugwegen. Deshalb wird das Verfahren auch als „Overlay“ bezeichnet.

Beim bisher angewendeten Anflugverfahren mittels Instrumentenlandesystem (ILS) sendet eine Bodenstation einen horizontalen und einen vertikalen Funkstrahl und leitet so die Flugzeuge auch bei schlechter Sicht zur Piste. Dabei muss der Endanflug zwingend auf mindestens zehn Kilometern gerade sein. Das Instrumentenlandesystem wird weiterhin in Betrieb sein und bei der Mehrheit der Anflüge verwendet werden.

Das neue Verfahren basiert dagegen auf GPS-Technologie und nutzt – ähnlich dem Navigationssystem im Auto – Satelliten zur genauen Positionsbestimmung. Flugzeuge folgen dabei einer Reihe fixer Wegpunkte im dreidimensionalen Raum. Die GPS-Technologie erlaubt grundsätzlich flexiblere Anflugwege, die auch Kurven beinhalten können. Im Unterschied zur Autofahrt muss die Navigation bei einem Anflug sicherheitstechnisch sehr viel präziser und zuverlässiger sein, weshalb die Einführung solcher Technologien mehrere Jahre in Anspruch nimmt.

GPS-Abflug

Am 18. Oktober 2012 führt die Flughafenbetreiberin zusammen mit Skyguide einen satellitengestützten Abflug auf der Piste 34 ein. Erstmals wird damit in der Schweiz ein Abflugverfahren angewendet, bei dem neu für den Kurvenflug ein Kurvenradius definiert wird. Die neue, satellitengestützte Abflugroute verläuft im Grundsatz deckungsgleich mit der bestehenden Abflugroute. Mit dem neuen Abflugverfahren verspricht man sich eine genauere Routenführung und damit eine Reduktion der Streuung im Kurvenflug. Mit welcher Technologie die Abflüge auf der Piste 34 erfolgen, hängt von der Ausrüstung der Flugzeuge ab und liegt letztlich im Ermessen des Piloten.

Ground Based Augmentation System (GBAS)

Durch die auf dem Flughafenareal platzierte GBAS-Bodenstation wird die Präzision des GPS-Signals so erhöht, dass entsprechend ausgerüstete Flugzeuge zukünftig auch bei tiefliegenden Wolken oder bei schlechten Sichtverhältnissen mit der GPS-Technologie anfliegen können.

Mit der Bodenstation wird die technische Voraussetzung geschaffen, in Zukunft umwelt- und lärmoptimierte Verfahre, wie beispielsweise sogenannte kontinuierlich sinkende Präzisionsanflüge (Continuous Descent Approaches, CDA) einzuführen.

Ab Herbst 2014 sollen im Rahmen einer einjährigen Monitoring-Phase erste Anflüge stattfinden; nach erfolgreichem Abschluss wird die Anlage anschliessend für den regulären Betrieb zugelassen.

SESAR – Neugestaltung des Luftverkehrs in Europa

SESAR
SESAR

Um einen sicheren, effizienten, wirtschaftlichen und möglichst umweltfreundlichen Ablauf des Flugverkehrs in Europa zu gewährleisten, wurde das Projekt „SESAR“ (Single European Sky ATM (Air Traffic Management) Research) ins Leben gerufen.
 
SESAR stellt einen der vier Pfeiler der Single European Sky-Initiative dar. Single European Sky hat zum Ziel, einen gemeinsamen europäischen Luftraum unabhängig von staatlichen Grenzen zu schaffen. SESAR soll in diesem Rahmen bis 2020 innovative Verfahren und Systeme entwickeln sowie die Koordination und Bündelung von relevanten Forschungs- und Entwicklungsprojekten sicherstellen.

 

Verantwortung für die Zukunft des Luftverkehrs

 
Im SESAR-Projekt arbeiten Vertreter europäischer Flughafenbetreiber, Flugsicherungen, Flugzeughersteller, Airlines und Systemhersteller für die Luftfahrtindustrie Hand in Hand. Ziel ist, die gesamte Prozesskette des Luftverkehrs zu optimieren. Auch die Flughafen Zürich AG beteiligt sich an SESAR und übernimmt damit aktiv Verantwortung für die Zukunft des Luftverkehrs in Europa. Dabei kooperiert sie mit Fraport, BAA, Schiphol Group (Amsterdam), Aéroports de Paris und Flughafen München GmbH.

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